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“Tod”, der 5te in der Serie der “Apokalyptischen Reiter”, bildet die Hauptinstallation dieser Show. Die AA Galleries in der Heidestrasse 50, Berlin eroeffnen mit der Weiterfuehrung der Serie der “Reiter der Apokalypse”…

…Tod existiert tatsaechlich, ist am Leben, hat Kinder und muss morgens frueh aufstehen. Die Ungereimtheiten, die Fehlerhaftigkeit der Darsteller ist nicht nur zugelassen, sondern unbedingt notwendig, um diesen Antiheldenden spezifischen Charakter einzuhauchen. Artists Anonymous haben sich der Erforschung dieser eigenwilligen Gestalten und deren Realitaet voll und ganz verschrieben.
Die Protagonisten und Mitglieder dieses lebensgrossen Konzeptes willigen ein, ihr Leben, in den Dienst der Kunst gestellt, sich von dieser vereinnahmen
zu lassen, sich selbst zu verlieren um die Protagonisten dieser Welt mit Leben zu erfuellen.
Die Unvermeidlichkeit, diesem Spieler zu begegnen, die Ungewissheit wann es denn soweit ist, schlaegt sich in der Darstellung von “Tod” als Handwerker nieder, als der der nie da ist wenn man ihn braucht und unerwuenschterweise auftaucht, wenn keiner ihn erwartet; diesem traegt die Figur auf dem zentralen Oelgemaelde Rechnung; mit Zunfthut und Zimmermannsguertel, ein Altgeselle auf der Waltz, unangenehm gross.

Verschiedene Portraits, abstrahiert wie Taetowiervorlagen, gedoppelte Augenparteien,
 beleuchten die “Gesichter des Todes”; irritierend nicht nur die Verschiedenartigkeit der Gesichter, auch jedes einzelne birgt in sich die Frage was man sieht.
In Manier der Installationen der Artists Anonymous betritt man die Ausstellung auf zwei verschiedenen Wegen.
Nicht enden tut der Weg in Himmel oder Hoelle, sondern fuehrt den Betrachter hindurch, wie Schleusen zum eigentlichen Ziel; am Ende finden sich doch alle im Paradies. schwarzer Sand glitzert, bunte Cocktails und Langeweile, ewige Werbewiederholung, endloser Konsum.
Models sevieren kuehle Drinks, Labels und Symbole von Markenfirmen auf die blosse Haut gemalt.
Eine nervtoetend gutgelaunte Stimme fordert auf zum Beachvolleyball und zu geselligem Beisammensein an der Bar danach.
Tod hat mit all dem nichts zu tun, vielleicht ist das der Ort, den man hinterher besucht, vielleicht auch nur eine Station auf dem Wege, oder doch die Endstation; man nichts mehr zu erwarten hat ausser den ewigen Schwips und guttrainierte Arme.
So langsam tritt die Gruppe der Reiter zusammen, die vorhergegangenen Charaktere, die ihre einfuehrende Installation bereits bekommen haben, sind als transparente Bilder an den unregelmaessigen Waenden zu erahnen.
Sie alle erscheinen hier schemenhaft;
ist er doch universell und alle haben letztendlich sich doch vor ihm zu beugen.
Nicht nur dass Hunger ganz am Ende auch an ihn uebergeben muss, er ist wohl auch der einzige Weg, den anderen, wie Drogen oder Aids, letztendlich zu entfliehen.
Er ist der Typ der kommt und alles in Ordnung bringt, der immer da ist, allgegenwaertig und der erst wenn er eintritt, letztendlich verschwindet.